Bindung zwischen Mensch und Hund

Die Bindung im Mensch-Hunde-Team ist der wesentliche Anker für ein harmonisches Miteinander und auch für die Beziehung zwischen Zwei- und Vierbeiner sowie für die Erziehung.

Eine stabile Bindung des Hundes an den Menschen muss erarbeitet und dauerhaft an ihr gefeilt werden. Sie ist eine soziale Beziehung, die Pflege benötigt.

Unterschied Bindung – Beziehung: Eine Bindung kann nur entstehen, wenn bereits eine Beziehung zwischen Mensch und Hund vorhanden ist. Eine Beziehung kann ein soziales Lebewesen zu jeglichen anderen Menschen / Hunden etc. aufbauen, die er kennt. Eine Bindung harmoniert auf tieferer Ebene. Der Bindungsprozess eines Welpen beginnt in der Regel frühstens ab der 14. Lebenswoche.

„Bindung ist wie ein unsichtbares, emotionales Band, das unabhängig von Raum und Zeit stabil bleibt.“

Wie man die Bindung zwischen Mensch und Hund stärken kann:

  • Neue Orte erkunden: Für deinen Hund gibt es nichts Schöneres, als die Zeit gemeinsam mit ihren Lieblingsmenschen. Öfter mal neue Orte erkunden, Ausflüge machen oder einfach in die Natur hinaus. Der erste Waldbesuch, das erste Mal das weite Feld vor der Nase, das erste Mal am Strand – hier stärkt sich die Bindung zwischen deinem Hund und dir, wenn ihr diese Erlebnisse gemeinsam bestreitet und Erinnerungen schafft.

Dasselbe gilt natürlich auch für neue Transportmittel: das erste Mal Autofahren, die erste Bahnfahrt, vielleicht sogar das Bootfahren.

Ein Spaziergang sollte so gestaltet werden, dass der Zweibeiner auch aktiv mit seinem Hund kommuniziert bzw. interagiert. Such- oder Dummyspielchen, Toben o.Ä. signalisiert dem Hund, dass man gedanklich bei ihm ist.

  • Ängste überwinden: Manche Dinge können für einen Hund eine große Überwindung sein – der Klassiker: Metallgitter. Die meisten Hunde fürchten sich davor, auf die Metallgitter zu treten, da sie durchschauen können und das Gefühl an den Ballen der Pfoten unangenehm sein kann. Überwindest du mit deinem Hund gemeinsam diese Hürde, wird auch hier die Bindung zueinander maßgeblich gestärkt.

Die Bindung wird maßgeblich durch jegliche Erfahrung geprägt, die der Mensch souverän mit seinem Vierbeiner begleitet.

  • Spielen – in hündisch: Ball- und Aportierspiele sind gut. Spielen auf hundeniveau ist besser. Auf Augenhöhe mit hündischer Körperhaltung mit deinem Hund zu spielen ist noch einmal eine ganz andere Erfahrung für deinen Hund und schafft eine tiefere Bindung.
  • Agility/Tricksen: Agility bzw. generelles Tricksen mit dem Hund ist eine Beschäftigung, die von dem Hund verlangt, dass er sehr genau auf die Körpersprache des Menschen achtet. Eine richtige Agility Ausrüstung muss selbstverständlich nicht vorhanden sein. Hier reicht auch die nächste Parkbank oder ein umgefallener Baum. Man kann seiner Kreativität freien Lauf lassen. 🙂
  • Kuscheln: Kontaktliegen (wenn der Hund es möchte) ist ein weiterer Punkt, welcher sich positiv auf die Bindung auswirkt, da das „Kuschelhormon“ Oxytocin ausgeschüttet wird. Hier muss man individuell auf den Hund eingehen – nicht jeder Hund hat das gleiche Bedürfnis nach körperlicher Nähe.

Signale, dass dein Hund eine Bindung zu dir aufgebaut hat:

  • Individuelle Erkennung: Dein Hund kennt dich und deine Eigenarten.
  • Begrüßungsverhalten
  • Kooperationsbereitschaft
  • Der Hund sieht seinen Zweibeiner als sichere Basis („sicherer Hafen“)

Nicht Futter ist es, was den Hund an seinen Zweibeiner bindet – sondern freiwillige Kontaktaufnahme seitens des Hundes.

Hinterlasse einen Kommentar